„Entrepreneurial Porn“: Hollywood, Wallstreet, Silicon Valley?

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Konföderiertes U-Boot „H.L. Hunley“, Conrad Wise Champan (1863)

Überall Entrepreneure? Aktuell buhlen unzählige Startups um unsere Aufmerksamkeit. Fast jeder Werbeblock im Fernsehen wird von den Vermarktern (wohl mangels alternativer zahlender Kundschaft) mit mindestens einem Spot für einen webbasierten Service gefüllt. Nach den vielen Partnervermittlungs- und Spielebuden-Promos sind aktuell Vergleichsportale, Kreditunternehmen und Online-Fitness-Studios tres en vogue. Und immer mehr von den gezeigten „Innovationen“ haben weniger ein stark transaktionsgetriebenens Geschäftsmodell (mitsamt gut verrechenbarer Provisionierung), sondern fast schon long-tail-hafte „Freemium“-Ansätze. Ein Alarmzeichen?
Schwer zu sagen. Der Krach erinnert mich zunehmend an die „schlechte alte Zeit“ der New Economy, wo mit dem finalen Anschwellen der Bubble ein ähnlicher Effekt zu beobachten war. „Letsbuyit.com“, „Tiss.com“, „Boo.com“ anyone? (In Erinnerungen hier schwelgen: CNETs 10 Biggest Dotcom Fails)

Sicher – es hat sich sehr viel getan in den letzten 12 Jahren, wir leben in einer anderen Welt. Und viele neue Marktmechanismen „transformieren“ einige Branchen substantiell und auf Dauer (ja, auch Carsharing). Und ja: Es ist cool, schick und angesagt, sein eigenes Ding zu machen, „Entrepreneure“ sind Rollenmodelle und Vorbilder, die den Traum vom selbstbestimmten und sinnvollen Sein greifbar machen. Morra Aarons auf den Blogs der HBR.org beschreibt den aktuellen Hype um Silicon Valley als „entrepreneurial porn“ und „Eskapismus“. Vielleicht brauchen wir in einem zunehmend ökonomisierten Leben immer wieder entsprechend ökonomische Leitorte? Von Hollywood, über die Madison Avenue und die Wall Street in´s Silicon Valley.  Und am Ende aber watscht die Masse der Startups wieder Herrn Adam Smiths unsichtbare Hand ab.

Verschwörungstheoretiker könnten aber auch zum Schluß kommen, dass althergebrachte Arbeitsverhältnisse und „sichere“ Festanstellungen auch mit dieser Entwicklung immer mehr erodieren und der Startup-Hype zu Heerscharen von vermeintlich freien, günstigen Freelancern führt. Die „freie Lanze“ kämpft vor allem: allein.

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