Amazon Dash: Richtig gutes Contentmarketing wurzelt in Produktmarketing und echter Innovation

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„President Lincoln, writing the proclamation of freedom“, n.n., 1884

Storytelling, Contentmarketing und  Native Advertising  sind ja momentan in aller Marketing-Munde. Viele Marken versuchen auf Biegen und Brechen, ihre Erfolgsposition mit Inhalten, Formaten und Dialogangeboten, die sie „immer schön aus dem Markenkern raus“ erzählen, zu untermauern. Meine beiden Söhne lieben Geschichten, ich erzähle Ihnen gerne welche und lese auch viel vor – irgendwann ist aber  mit zarten 4 Jahren die Aufmerksamkeit der beiden Buben aufgebraucht. Weiterlesen

„Entrepreneurial Porn“: Hollywood, Wallstreet, Silicon Valley?

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Konföderiertes U-Boot „H.L. Hunley“, Conrad Wise Champan (1863)

Überall Entrepreneure? Aktuell buhlen unzählige Startups um unsere Aufmerksamkeit. Fast jeder Werbeblock im Fernsehen wird von den Vermarktern (wohl mangels alternativer zahlender Kundschaft) mit mindestens einem Spot für einen webbasierten Service gefüllt. Nach den vielen Partnervermittlungs- und Spielebuden-Promos sind aktuell Vergleichsportale, Kreditunternehmen und Online-Fitness-Studios tres en vogue. Und immer mehr von den gezeigten „Innovationen“ haben weniger ein stark transaktionsgetriebenens Geschäftsmodell (mitsamt gut verrechenbarer Provisionierung), sondern fast schon long-tail-hafte „Freemium“-Ansätze. Ein Alarmzeichen? Weiterlesen

Kritsche Reflektion der FAS: „Die Shareconomy ist nichts anderes als die totale Dienstleistungsgesellschaft“

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„Emmaus, Christus beim Brotbrechen“, Pier Leone Ghezzi, ca. 1711

Die FAS war kurz vor Weihnachten wieder ein prima Sonntagslesegenuß mit vielen Highlights, u.a. dem differenzierten „Backup“ für den vielgescholtenen Versender Amazon (Ausnahme im Blatt: Der Sportaufmacher zum FCB und Gerlands „Was ich sehe, ist ein Genuss“). Auch wenn ich hier eher ungern reine Leseempfehlungen poste: Ein Artikel ist es besonders wert, beleuchtet der doch die Sharing Economy einmal bei aller Euphorie etwas kritischer. Und FAS-untypisch „sozialreflektiv“.

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Brainblitzer #6: Wer beisst beim vermeintlichen „Teilen“ vielleicht ins Gras?

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„Die Rückkehr der Franzosen aus Russland“, Antoine-Jean Gros, ca. 1820

Mit großem Interesse verfolgen wir in unserer Branche ja gerade Aufkommen der Sharing-Economy. Die diesjährige Cebit stand unter diesem Stern,  die brand eins titelte, und Sharing war ja bislang im Kontext von Content ein Megathema. Erstaunlich nun, wie AirBnB abgeht, Car2Go Erfolge feiert, Uber in USA schnell Fahrt aufnimmt. Allen gemein: Sie scheinen sich zu rechnen. Interessant, wenn irgendwelche Freunde, denen du´s nie zugetraut hättest, jetzt mit Aibnb nach NYC reisen. Und man sich selbst dabei ertappt, statt nen neuen Rasenvertikutierer bei Amazon zu klicken, man eher auf Tool-/Gear-Sharing- und Nachbarschaftseiten geht (dann aber wieder abdreht und den Rasen unvertikutiert läßt, da das Angebot dann doch noch zu mager erscheint).

Schneller Gedanke dazu: Noch fehlt natürlich der Big-Scale-Beweis, dass sich diese Art des ressourcenschonenden Wirtschaftens sich auch wirklich  rechnet. Viel drängender sicherlich die Fragestellungen, wer profitiert und wer weniger. Denn es häufen sich die Meldungen, dass es da durchaus Kollateralschäden gibt und dunkle Seiten, die nicht zwingend so schön sind. In Berlin scheinen aktuell 50 Tsd. Wohnungen lerrzustehen bzw. als Couchsurfing- oder AirBnB-(Ferien)-Wohnungen vermietet zu werden. Die fehlen natürlich auch dem Wohungsmarkt. Und die US-Guys von Uber Cars spüren gerade den Zorn von vorwiegend Latino-Taxifahrern in LA, die beklagen, dass Uber-Chaffeure mit ihren Privat-Limos ihnen massiv Kunden wegnschnappen. Und ihnen den Lebensunterhalt vermiesen. Das könnte so ähnlich für alle Arten von eher sozial schwachen Hotelbediensteten gelten, falls sich die Zahlen von AirBnB als echt herausstellen, die davon ausgehen, dass bis zu 20% aller NYC-Übernachtungen schon über „Air“ gehen. Gefühlt zahlen also nach ersten schnellen Gedanken die Menschen in den kurz skizzierten Fällen drauf, die eher nichts haben und sozial schwach sind. Fragt sich am Ende dann auch, was denn ünberhaupt geteilt wird. Oder ob „teilen“ und „sharen“ hier nur als Begriffe verdecken, dass es letzten Endes um „Kohle machen“ geht (und man sein teuer finanziertes Haus so doppelt gut abzahlen kann).

Brainblitzer #7: Lovebrand! Hatebrand?

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„Do the right thing“, Spike Lee, 1989

Irgendwie sehr „disruptiv“, wie der „große“ FC Bayern aktuell rüberkommt. Innerhalb von zwei, drei Tagen dominiert die Marke die Medien mit zwei sehr unschönen Themen. Präsident Steuersünder, die Konkurrenz aus Dortmund über Transfer Götze doppelt geschwächt. Beide Themenfelder kennen wir auch aus der weiten Welt der Wirtschaft, entfernt sind das so ähnliche Dinge wie Offshore-Präsenzen, „unfriendly takeovers“, wettbewerbsorientiertes Management etc. pp. Wer mich kennt weiß, wie sehr ich das Gebaren des FCB seit drei Jahrzehnten kritisiere, vielleicht auch immer mit einer neidischen Note als VfB-Stuttgart-Fan. Dennoch: Nicht schlecht, wie der Club gestern den (aber auch sehr schwachen) FC Barcelona besiegt hat. Die eigentliche faktische Produktleistung der Marke FCB stimmt also gerade.  Und in der Republik drückt wohl die Hälfte der Fussballfreunde den Münchenern die Daumen.

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Telekom drosselt DSL. Andere werden folgen. Marken müssen sich wappnen.

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„HMS Kent – A Meeting of East and West“, Roger. H. Middlebrock, 1933

Heute ging über die Ticker, was sich seit einigen Tagen schon angedeutet hat (u.a. S. Lobo im Spiegel): Die Telekom spielt den Vorreiter und wird für alle DSL-Neukunden den Zugangsspeed ab einer definierten Down-/Upload-Menge drosseln. Andere Anbieter werden folgen; jetzt kommt also Fahrt in die Umsetzung der alten Diskussion, dass das Web zunehmend aufgrund erhöhtem Datenverkehr an seine „Kappa-Grenzen“ gerät. Netzneutralität hin oder her – auch Markenführende müssen sich diesem Thema stellen.

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Der Technik-Sabatt: „Tech´s best feature is the off switch“

nachderschlacht

„Ein Ruhmesblatt der österreichischen Artillerie. Die Armeegeschützreserve nach der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866“, Rudolf Otto Ritter von Ottenfeld, 1897

Es mehren sich ja gefühlt die Anzeichen, dass temporäres Entschleunigen und zeitweises Abschalten zu einem breitfassenden gesellschaftlichen Trendthema wird: Wir erinnern uns an Schirrmacher, der dies seit Jahren in unterschiedlichen Facetten predigt, wir hören verwundert, das sich immer mehr Menschen von Facebook verabschieden, und wir nehmen wahr, wie sogar vereinzelte Marketing-Kampagnen sich das Thema zu nutze machen (Beispiel folgt). Nun ja, zugegeben: Neu ist das nicht, nein. Weiterlesen