Brainblitzer #4: Nachdenken über Distribution. Heute: MyMüsli.

festmahl

„Festmahl der Offiziere der St. Georgs Schuetzengilde von Haarlem“, Frans Hals, ca. 1628

Ich war nicht wenig perplex, als ich kürzlich im Supermarkt eine Kopfendenplatzierung mit einem beträchtlichen Ausschnitt aus dem myMüsli-Sortiment wahrgenommen habe (und ich scheine etwas spät dran zu sein, offenbar istdas schon seit 2012 der Fall). Und auch, als meine Frau die Probierpackung am Einkaufswagen verweigerte, da die Jungs preislich ziemlich zulangten. Komisch: Eine reine Web-Marke, deren Kernleistung ja im personalisierten Zusammenstellen des persönlichen Müslis besteht, geht mit „prefab“ Angeboten in den Edeka. Und verlangt das eben beschriebene Preispremium. Nun ja – zur Handelsmarke Edeka passt´s ja, da gibt´s ja stellenweise auch Bier für 10 Euro die Flasche. Und sicherlich treiben auch Wachstumsziele und sonstige „Hintergrund“-Treiber von erfolgreichen Startups diese ungewöhnliche Präsenz.

mymuesli

Erreicht man über Storepresense doch jenseits von gekaufter Aufmerksamkeit potentiell neue Kunden, die MyMüsli probieren und später im zweiten Schritt auch selbstkonfiguriert online bestellen. Gemäß alter Procter-Denke ist ja bei FMCG-Produkten mit guter Qualität entscheidend, Menschen zum „Produktkontakt und -erlebnis“ zu kriegen. Insofern hier also eine „Bricks-then-clicks-Produktkontakt-Probier-Strategie“. Dennoch: Für mich etwas „weird“, als Prototyp-Webbrand mit Markenkern „Personalisierung“ hier vorkonfigurierten Shelfspace zu besetzen. Muss der Konsument ja dann auch erstmal oder überhaupt kapieren, dass auch individuelle Müslis machbar sind. Egal. Ein wichtiger Case zu „Clicks go Bricks“, den es weiter zu beobachten gilt. Und der zudem auch wieder deutlich macht, wie aktuell wichtig für Marken es ist, im echten Leben Kontaktpunkte zu schaffen – siehe dazu auch die unzähligen Popupstores, Markenerlebniswelten und Fussgängerzonenwerbepromotions (mit Youtube-Aufbereitung).

Nachtrag: Spannend sicherlich auch die Empfehlungen des Controllings zu dieser etwas anderen „Multichannel“-Strategie – ich denke, dass dieses Vorgehen alles andere als ROI-stark ist. Wie eine doch noch recht junge Marke diesen Invest stemmt – fraglich. Any Ideas?

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